Farbe bekennen

Wie es weiter geht, steht in den Sternen.

Was jetzt kommt kann niemand ahnen.

So vieles zu noch zu lernen

und die Menschen die dich warnen –

die Warnung kann in dir keine Wellen schlagen.

Bei Wind und Wetter trotzt du jeder Flut

und du weißt du musst es wagen,

trotzdem fehlt es dir an Mut.

 

Du liebst den Sprung ins kalte Wasser,

hoffst es bringt dich weiter

und wirst doch wieder nur nasser.

Wie ein begossener Pudel –

wieder mal das Ziel verfehlt,

wieder mal die falsche Option gewählt,

wieder mal den Mut gefasst,

und am Ende doch den Zug verpasst.

 

Farbe bekennen ist unmöglich,

weil du nach wie vor im Dunkeln tappst.

Farbe bekennen ist unmöglich,

denn in der Nacht sind alle Katzen grau.

Farbe bekennen ist unmöglich

und du weißt nicht genau – weißt nicht genau.

 

Im Leben nichts beendet

Fragst du dich hast du zu viel Zeit verschwendet

oder will gut Ding Weile haben?

Ist es wirklich so wie alle sagen?

Die Weichen für sein Leben müsse man stellen,

dabei an den richtigen Stellen die richtige Richtung wählen.

Zielorientierung und Zeitmanagement

sind Worte deren Wert du nicht kennst.

 

Du sehnst dich nach einem Hafen

in den du einkehren kannst.

Du kannst nicht mehr ruhig schlafen.

Dir fehle es an Willen.

Dir fehle es an Zielen.

Was dir eigentlich fehlt merkst du schon bald,

es fehlt dir an Halt.

und du weißt dass du die Zeit nicht halten kannst.

 

Farbe bekennen ist unmöglich,

weil du nach wie vor im Dunkeln tappst.

Farbe bekennen ist unmöglich,

denn in der Nacht sind alle Katzen grau.

Farbe bekennen ist unmöglich,

und du weißt nicht genau – weißt nicht genau.

 

Große Ideale, große Ideen,

Wissendurst, der Wunsch alles zu sehen.

Du lässt dich zu schnell davon verführen –

lässt dich aufs Glatteis führen.

Alles wär gut, wär kein „Aber dabei“.

Alles wär gut, wärst du einfach nur frei.

Alles wär gut, müsstest du dich nicht beugen.

Alles wär gut, gäbe es nicht für alles Zeugen.

 

Die Angst vor falschen Entscheidungen macht die machtlos.

Das ständige Nichts-tun macht dich kraftlos.

Du bist verwirrt, bist irritiert,

willst sorglos leben, doch die Sorgen machen dich schlaflos.

doch plötzlich hast du es gespürt,

der Funke ist übergesprungen,

die Begeisterung schlägt Wellen in dir, hat dich restlos verführt.

Dir ist ein Licht aufgegangen, dein Ziel kannst du sehen

für deinen Plan bist du bereit durchs Feuer zu gehen.

 

Farbe bekennen ist endlich möglich,

weil du nicht mehr im Dunkeln tappst.

Farbe bekennen ist endlich möglich,

Weil du ein Ziel vor den Augen hast.

Farbe bekennen ist endlich möglich,

und du weißt genau, dass du’s schaffst

– dass du’s schaffst!

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Anlässlich der heutigen Afd-Demo in unserer Stadt

Menschlichkeit

Du hast Angst, etwas zu verpassen,

fühlst dich übergangen und verlassen.

Du hast Angst, zu wenig zu bekommen,

selbst die Krümmel würden dir genommen.

 

Du hast Angst um den deutschen Wohlstand,

fühlst dich verraten vom eigenen Land.

Du hast Angst um die Freiheit der deutschen Frau,

von der Burka akut bedroht, das weißt du genau.

 

Du hast Angst vor Überfremdung.

Zahlen lügen, dienen der Verblendung.

Gefakte Fakten gleichgeschalteter Medien –

und alle seien zu dumm die Lüge sehen zu können

 

In dir wächst der Hass und macht immer blinder

Du hast Angst um Omi, um Frau und um Kinder

denn ihr Geld würde Fremden gegeben

und sie wüssten nicht, wovon sie morgen leben.

 

Du hast Angst um das Geld

die anderen um ihr Leben.

Du hast Angst vor dem Fremden

die anderen vor dem Ende.

 

Du fühlst dich verraten von deinem Land.

Eine Frau weint um ihren Mann.

Er ist ertrunken im Mittelmeer.

Sie ist allein, ihre Kinder haben keinen Vater mehr.

 

Doch die Angst zu ertrinken war kleiner

als die Angst in der eigenen Heimat

durch Rebellen getötet zu werden.

In der Heimat nichts als Krieg und Verderben.

 

Ich habe auch Angst, Angst vor all denen

Die sich deine Angst nehmen

um sie wirksam zu funktionalisieren

und damit gegen Fremde zu intrigieren.

 

Ich habe auch Angst, Angst vor all dem

was ich aus den Geschichtsbüchern kenn‘,

vor Diskriminierung und blindem Hass,

Vor Ignoranz, Intoleranz – deinem Fremdenhass.

 

Ich habe Angst um die Menschlichkeit in unserem Land

denn: irrationale Ängste und Feindseligkeit gehen Hand in Hand

Was mir Goethe zum TV-Duell sagt…

Gestern Abend,  in netter Gesellschaft und nach einem Sonntag frei von Arbeit, war ich eine von insgesamt 16,23 Mio. Zuschauerinnen/ Zuschauern, die mit einer nicht unbedeutenden Erwartungshaltung das TV-Duell verfolgten. Ich bin weder Soziologin noch Politikwissenschaftlerin und auch eine sprachwissenschaftliche Analyse dessen, was Frau Angela Merkel und Herr Martin Schulz wie sagten, liegt mit fern.

„Es ist das erste und einzige direkte Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten, es geht also um viel.“, kündigte Claus Strunz an. Was viel eigentlich meint, wurde nicht gesagt und auch nicht für wen es eigentlich um viel geht. Für Frau Merkel und Herrn Schulz? Oder für die SPD und die CDU als Parteien? Oder vielleicht wirklich um die zukünftige Entwicklung der gesamten Gesellschaft? Im Zentrum geht es wahrscheinlich um mich und die übrigen 16,23 Mio. Zuschauer/innen. Denn für uns alle besteht dieses TV-Format und für uns präsentieren sich dort zwei Menschen, die sich unser Vertrauen erhoffen und erarbeiten wollen und müssen, um schlussendlich eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, in unserem Namen, zu übernehmen. Soweit zur Theorie.

Ich habe aufmerksam verfolgt, was gefragt und geantwortet wurde und hatte, im Anschluss an die Sendung, ein Gefühl der Enttäuschung. Allerdings konnte ich, in der anschließenden Diskussion in meinem Wohnzimmer, kaum in Worte fassen, wovon ich eigentlich enttäuscht war, denn ich konnte auch meine Erwartungen nicht konkret greifen. Dann kam mir ein Satz in den Sinn, mit dessen Anwesenheit sich langsam Licht ins Dunkel von Erwartung und Enttäuschung bringen ließ.

„Man nimmt in der Welt jeden, wofür er sich gibt; aber er muss sich auch für etwas geben.“ (J.W. von Goethe in: Die Wahlverwandtschaften)

In diesem Satz schlummern sowohl meine Erwartungen als auch die darauf folgenden Enttäuschungen. Ich erwarte von den Vertretern politischer Parteien, sowie den Parteien, dass sie sich positionieren und Stellung beziehen. Mir ist bewusst, dass es für komplexe Fragestellungen keine einfachen Lösungen gibt, und dass sich zwischen schwarz und weiß eine Vielzahl an Graustufen befinden. Ich bin nicht daran interessiert, meine Welt in zwei Lager von gut und böse zu teilen und auch nicht daran, dass die Politik das für mich oder in meinem Namen macht.

Aber über dieses TV-Duell hinaus geht es doch tatsächlich um viel. Nicht nur bei der bevorstehenden Bundestagswahl, natürlich. Selbstverständlich wird eine Wahl alleine nicht automatisch die Welt verbessern können. Die Tatsache, dass wir die Wahl haben, ist Ausweis, Privileg und Notwendigkeit in unserer Demokratie. Dazu gehört Polarisierung, Meinungsvielfalt und Authentizität der Interessenvertreter/innen in der offenen und kontroversen Diskussion wie auch die aktive Auseinandersetzung mit dem politischen Geschehen durch die Wähler.

Meine Erwartungen an das TV-Duell waren nicht allein die Thematisierung streitbarer Fragen, sondern auch die explizite Positionierung der Teilnehmer/innen. Meine Erwartung war, dass Frau Merkel und Herr Schulz einstehen für ihre Lösungen, sich also ‚für etwas geben‘ und gehen insofern konform mit meinen Erwartungen an die demokratische Parteienlandschaft grundsätzlich. Und mich beschleicht im Laufe der 97 Minuten, über die sich die Diskussion erstreckten, dass beide zu zaghaft argumentieren, um niemanden zu erschrecken.

„Man wagt nicht, dieses oder jenes Hindernis wegzuräumen, man ist nicht kühn genug, um etwas aufzuopfern, man kann sich voraus nicht vorstellen, was entstehen soll, man probiert, es gerät, es missrät, man verändert, verändert vielleicht was man lassen sollte, lässt was man verändern sollte, und so bleibt es zuletzt immer ein Stückwerk, das gefällt und anregt, aber nicht befriedigt.“ (J.W. von Goethe in: Die Wahlverwandtschaften)

Diplomatie ist zweifelsohne gefragt und gefordert, wenn es darum geht, verschiedene Positionen zu verhandeln, aber schlussendlich müssen die Positionen klar werden und klar kommuniziert werden. Die Begegnung unterschiedlicher Positionen sollte Bereicherung sein für beide Seiten, doch Konsens kann und darf nicht in jeder Frage das oberste Ziel sein. Es geht doch tatsächlich um viel. Es geht um unsere Gesellschaft, jeden einzelnen innerhalb der Gesellschaft und ihr Verhältnis zu allen anderen Menschen. Gesprochen wurde kaum über soziale Ungleichheit, kaum über konkrete gesellschaftliche Gestaltung und auch die Frage nach der guten Bildung des Individuums als Grundvoraussetzung einer funktionierenden Demokratie, wurde nicht beleuchtet. In meinem politischen Interesse fühle ich mich nicht zuletzt überfordert, wenn ich mir bewusst mache, dass ich in 20 Tagen wählen gehen darf. Ich habe eine Stimme und meine Stimme zählt. Mit diesem Privileg ist so viel Verantwortung verbunden, dass ich mir wünsche, dass man mich unterstützt und mir hilft dabei, mich zu orientieren. Abschließend lässt mich das TV-Duell zurück mit dem Gefühl von Orientierungslosigkeit. Goethe schreibt „Rate sich jeder selbst, und tue was er nicht lassen kann.“ Ich ringe um Objektivität in der Frage, wer uns zu einer weltoffenen, gerechten und umweltbewussten Gesellschaft bringen möchte und traue mich kaum die Frage zu stellen, ob die Gesellschaft bereit ist, sich auf diesen Weg bringen lässt.

Was soll das eigentlich?

Literatur ist Lifestyle!

Einen Guten Tag all denen, die sich hier, trotz der weitgehenden Leere, eingefunden haben. Im Folgenden werde ich vorstellen, worum sich die ganze Geschichte drehen wird. Wem meine Idee so richtig gut gefällt, der möge doch gleich noch Freunde, Bekannte, Familie oder Haustiere mitbringen: Je mehr wir werden, desto interessanter wird es. Aber jetzt: Genug der Vorrede und ran ans Inhaltliche!

Ich sage: Literatur ist Lifestyle!

Warum sage ich das? 

Weil Literatur, und das Lesen der selben, aus meiner subjektiven und gelegentlich verstrahlten Germanistinnen-Sicht, etwas unschlagbar Großes ist. Zu besseren Verständlichkeit sollen jedoch auch die Gründe für meine Einschätzung erläutert werden.

Allen wird täglich so vieles als ultra cooles, abgefahrenes und super modernes Must-Have-Lifestyleprodukt angeboten, dass ich mich immer wieder Frage: Echt jetzt? Das muss ich haben? Das muss ich machen? Dabei geht es ziemlich häufig um oberflächliche Dinge wie Mode, Wohnen, Design, aber auch um Essen, Genuss und nicht zuletzt natürlich Fitness. Die grundsätzliche Idee: Der eigene Lifestyle muss dem Trend entsprechen. Natürlich esse auch ich gerne gesunde und hochwertige Bio-Produkte, habe es in meiner Wohnung gerne nett und hübsch und interessiere mich insofern für Mode, als dass ich nicht unnötig furchtbar aussehen möcht. Bei all dem bin ich aber der Meinung, dass das nicht die Dinge sind, die mein Leben und meine Persönlichkeit am prägendsten gestalten.

Und an genau dieser Stelle wird die Literatur wichtig. Denn sie verändert den Menschen. Sie eröffnet neue Perspektiven auf all das, was uns täglich umgibt und lässt uns uns selbst erkennen und neu erfinden. Klingt pathetisch? Ein bisschen. Stimmt aber.

Was soll das eigentlich heißen?

Befrage ich den Duden nach der Bedeutung von Lifestyle, erfahre ich:

„Lebensstil; [moderne] charakteristische Art und Weise, das Leben zu gestalten“

Klingt irgendwie einleuchtend. Oder doch nicht? Hat nicht jeder Mensch einen ganz eigenen“Lebensstil“? Vermutlich schon. Aber wie kann es dann sein, dass der Markt von Lifestyle-Ratgebern und -Guides und den zugehörigen Produkten geflutet wird, die dabei helfen sollen alles ‚richtig‘ zu machen? Und: Wenn es richtige Lebensstile gibt, sind dann andere schlicht falsch?

Gelesen und geschrieben wird in Zeiten von Social-Media und Nachrichtendiensten unglaublich viel, wobei die Relevanz dessen, was wir da präsentieren und präsentiert bekommen wohl oft von fragwürdiger Natur ist. Bücher oder seriöse Zeitungen zu lesen scheint hingegen ein bisschen verstaubt und uncool zu sein. Vor allem ist es nichts, was als der neuste Shit im Universum der Lifestylemaschinerie angepriesen wird. Aber warum eigentlich nicht? Hätten denn nicht alle was davon, wenn mehr Leute mehr Literatur lesen würden? Ich denke schon.

Aber warum ist Literatur denn nun Lifestyle?

Wenn ich mir überlege, wer und wie ich sein will, dann möchte ich mich nicht über Konsum definieren und mich – so gut als möglich – von Influencern und Marketingstrategien befreien. Literatur ist für mich dabei Weg und Ziel gleichermaßen. Wird der Mensch verstanden, als ein Individuum, welches sich stets im Werden befindet, dann kann das Ziel nur darin bestehen, möglichst menschlich zu sein. Literatur zeigt mir, wie Menschen sein können. Ich bekomme die Möglichkeit andere Sichtweisen besser und anders zu verstehen und meine eigenen Standpunkte zu überprüfen und zu hinterfragen, mich schließlich selbst in Distanz zu meiner Umwelt zu betrachten. Literatur prägt und beeinflusst in nachhaltiger Form. Literatur als Lifestyle steht demnach für eine grundsätzliche Offenheit und die Bereitschaft sich mit dem Unbekannten und Fremden zu beschäftigen. Die Voraussetzung, sich auf etwas einzulassen und sich selbst kritisch zu betrachten ist Grundlage für gesellschaftliches Miteinander.

Warum denke ich, dass Dich das interessiert? 

Bis ich angefangen habe Germanistik zu studieren, hatte ich oft das Gefühl, dass es ein ganz seltsames Hobby sei, als junger Mensch seine Zeit gerne alleine mit Büchern zu verbringen oder gar das eine oder andere selbst zu schreiben. Irgendwie war das nicht so richtig hip. Während des Studiums habe ich dann viele Menschen kennenlernen dürfen, die sich für Literatur begeistern und mit denen ich interessante Gespräche führen kann. Ich denke, und wünsche mir, dass es von diesen Menschen noch mehr gibt. Wer dazu gehört, darf sich hier zukünftig auf Buchvorstellungen und ausgehend davon Diskussionen über Themen rund um Lesen, Lyrik, Literatur freuen. Also, ich freu‘ mich jedenfalls schon jetzt.